Die katholische junge Gemeinde (KjG) setzt sich für die Interessen der Kinder und Jugendlichen ein. Sie unterstützt die Kinder- und Jugendarbeit in den Pfarrgemeinden, qualifiziert und begleitet ehrenamtliche Mitarbeiter*innen in ihrer Funktion als Gruppen- oder Freizeitleiter*in und engagiert sich für eine bunte, lebendige Kirche.

In der Diözese hat die KjG mehr als  3.000 Mitglieder, die mit ihrer Arbeit noch einmal mehrere tausend junge Menschen erreichen – in Arbeitsgruppen, auf Freizeiten, Kursen und durch diverse Publikationen. Ob Kindermitbestimmung, Medien oder Schule – die Themen der Verbandsarbeit werden von den Mitgliedern demokratisch selbst bestimmt.

KjG bewegt.

Die KjG versteht sich als Kirche in der Lebenswelt von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Sie ist fest in der Kirchengemeinde verwurzelt und lebt hier vor allem durch Gruppenstunden, Freizeiten, offene Treffs und Jugendgottesdienste. Schwerpunkt der Arbeit des Diözesanverbandes Rottenburg-Stuttgart ist die Qualifizierung und Begleitung von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen. Die Bildungsangebote der KjG finden innerhalb dieses Verbandes statt und werden dort (weiter-)entwickelt. Sie wenden sich jedoch nicht nur an die eigenen Mitglieder sondern stehen allen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen offen.

Die Jugendarbeit der KjG bewegt sich in vier Profilbereichen:

KjG bewegt Handeln – KjGlerInnen handeln sozial und solidarisch.
KjG bewegt Glauben – KjGlerInnen sind christlich und katholisch.
KjG bewegt Denken – KjGlerInnen sind politisch aktiv.
KjG bewegt Leben – KjGlerInnen sind gemeinsam aktiv.

Die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen heute

Wenn wir von Kindern sprechen, meinen wir die Altersgruppe von 6-12 Jahren. Ab 6 Jahren gibt es einschneidende Veränderungen durch die Einschulung und ab ungefähr 12 Jahren beginnt die Pubertät und der Übergang in die Jugendlichkeit.

Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen

So vielfältig die Kindheit in Deutschland ist, so verschieden und bunt sind auch
die Lebenssituationen der Kinder in unseren Gruppen. Dies zeigt sich in den unterschiedlichen Familienkonstellationen: Es gibt z.B. Patchworkfamilien, Scheidungskinder, Einzelkinder oder auch Großfamilien. Keine der Konstellationen ist „besser oder schlechter“, jedes Kind wächst einfach in einer eigenen Form von Familie und Gemeinschaft auf. Eltern und Geschwister bilden wichtige Bezugspunkte in der Kindheit. Viele Eltern oder erziehungsberechtigte Personen wollen den Kindern nur die beste Unterstützung und Begleitung bieten und sorgen sich deshalb ganz besonders um ihre Kinder. Anderen fällt es schwer neben den vielfältigen Herausforderungen, die der Alltag bringt, auf die besonderen Bedürfnisse ihrer Kinder einzugehen. Kindheit ist eine Lebensphase, die von der Unterschiedlichkeit der Lebensumstände (z.B. Einkommens-, Wohnungsverhätnisse) sowie von einer Vielfalt der Weltbilder, Lebensstile und kulturellen Herkunft geprägt ist. Ein besonders schwieriger Aspekt, der auch viele Kinder betrifft, ist die Armut. Für die betroffenen Kinder bedeutet das: Verzicht auf neue Kleidung, Trendspielzeug, den Austausch von Geschenken, teure Hobbys oder Urlaub. So fällt auch das Zusammensein mit anderen Kindern manchmal schwerer. Ärmere Kinder fühlen sich öfter depressiv, ängstlich und hilflos. Eine Folge davon können Aggressionen oder Regelverstöße sein.

Eine einschneidende Veränderung erfahren Kinder mit dem Eintritt in die Schule. In der Schule treffen sie auf verschiedene Gleichaltrige, mit denen sie Kontakte knüpfen, Freundschaften schließen und auf Herausforderungen treffen. Sie erleben Konflikte in der Schule mit Gleichaltrigen, da sie z.B. aus verschiedenen Familienkonstellationen kommen und andere Erfahrungen gemacht haben oder Dinge anders gewichtet werden, wie z.B. Smartphones oder Statussymbole. Der Leistungsdruck in der Schule liegt ebenfalls auf den Schultern der Kinder. Frühes Aufstehen, Ganztagesschule, Hausaufgaben, Klausuren und neue Autoritätspersonen kosten Kraft. Konkurrenz und Enttäuschung können sich breitmachen. Der Druck auf Kinder steigt.

Die meisten Freizeitaktivitäten werden häufig von Erwachsenen geplant und kontrolliert: Spielplätze, Sportplätze, Jugendzentren. Auch in Musikschulen, Kunstvereine oder Sportvereine gehen Kinder, um dort ihre Freizeit zu verbringen. Die Anzahl an Aktivitäten steigt zunehmend mit dem Alter, gleichzeitig wird die freie Zeit außerhalb des Schulalltags immer weniger.

Die Kinder sind ständig beschäftigt oder unter Aufsicht, so dass ungezwungene, spontane Begegnungen mit Gleichaltrigen kaum noch möglich sind. Die durchgetaktete Freizeit kann Erholung, Entlastung und das neue Sammeln von Kräften minimieren und Stress fördern. Eltern werden von Angeboten regelrecht überschwemmt und planen so möglichst „sinnvolle Freizeitgestaltungen“ für ihre Kinder. Spielen ist nur dort möglich, wo es vorgesehen ist. Wenig geeigneter Platz, Anwohner*innen die sich vom lauten Spielen von Kindern gestört fühlen oder lange Anfahrtswege für Freizeitangebote können Hindernisse darstellen. Freies entdecken, bauen, gestalten und herumtoben bleibt vielen Kindern verwehrt.

Die Digitalisierung im Alltag betrifft auch ganz konkret Kinder. Viele besitzen schon früh ein Smartphone, um Kontakt mit den Eltern und Freunden zu halten. Auch im schulischen Kontext z.B. auf Lernplattformen und zur Informationsbeschaffung setzten sich Kinder mit digitalen Räumen auseinander. Internet und Spiele sind für Kinder wie für Jugendliche aufregend und locken sie zum Zeitvertreib an die Bildschirme. Sie vergessen die Welt um sich und verbringen Pausen lieber vor dem Handy, anstatt über den Pausenhof zu rennen. Das Internet und die digitale Welt sind groß und bieten Zugriff zu vielen Inhalten. Auch gefährliche Seiten können aufgerufen werden, wenn ein gesunder Umgang mit digitalen Medien nicht beigebracht wird.

Die Kirche und der eigene Glaube haben meist einen geringen Stellenwert. Kirche ist für viele gegliedert in Taufe, Erstkommunion und die Firmung. Ansonsten ist die Familie entscheidend, ob die Kirche eine Rolle im Leben des Kindes spielt. Das christliche Weltbild wird zunächst unreflektiert übernommen und selbst weiterentwickelt. Traditionelle Formen des Gottesdienstes finden keinen bis wenig Zugang zu der Lebenswirklichkeit der Kinder.

Kinder sind eigenständige Persönlichkeiten mit vielfältigen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Als Expert*innen für ihre eigenen Belange können sie mitreden und mitgestalten. Es ist wichtig, ihre Wünsche und Bedürfnisse ernst zu nehmen und zu versuchen ihre Persönlichkeit zu stärken. Dies kann auf einer Basis des Zutrauens und gegenseitigen Vertrauens geschehen

Ziele und Inhalte der KjG

Ziel in der KjG ist es, die Kinder für ihr Leben stark zu machen, damit sie
es aktiv mitgestalten und ihr Tun reflektieren können. Die Kinder werden in ihren Entscheidungen und ihrem Handeln durch die Gruppenleiter*innen bestärkt und lernen dadurch immer mehr, Verantwortung für sich und die Gruppe zu übernehmen. Die Inhalte der KjG bündeln sich in vier Säulen:

Demokratie lebt von der Mitbestimmung. Die Mitbestimmung der Kinder in den Gruppenstunden und im gesamten Verband ist uns daher wichtig. Kinder sollen in der Gruppenstunde die Möglichkeit haben, die Inhalte und Aktionen mitzugestalten. Sie sollen sich einbringen können und in der Auseinandersetzung mit anderen Gruppenkindern einen gemeinsamen Weg finden. Die Auseinandersetzung mit den eigenen und anderen Standpunkten festigt das Urteilsbild der Kinder, welches ihnen bewusst wird und sie es reflektieren können. Bei der Mitgliederversammlung haben Kinder die gleichen Rechte wie ältere Personen. Die Kinder sollen ihre Erfahrungen nicht nur im Verband nutzen, sondern sollen ihre Kompetenzen und Erfahrungen auf ihr Leben übertragen können.

Auch Kinder fragen nach dem „Woher“, „Wohin“ und „Warum“. Sie spüren, dass es etwas gibt, das über uns Menschen hinauszeigt. Staunend begegnen sie der Welt, den kleinen und großen Wundern. Bei ihren Entdeckungen begegnen sie Menschen, für die Gott wichtig ist. Durch deren Vorleben von Glaubensinhalten und christlichen Werten können Kinder Gottes Gegenwart erfahren. Daneben gehören Glaubenserfahrungen und deren Deutung sowie die Vermittlung von Glaubensinhalten genauso zum Leben und Handeln der KjG-Gruppe wie kirchliche Feste und Gottesdienste. Die Kinder bekommen Raum und Zeit, ihre Erlebnisse, die schönen und die traurigen, einander und Gott mitzuteilen. Die KjG bietet ihnen zahlreiche Möglichkeiten, Glauben zu erleben und aktiv mitzugestalten. Somit erleben Kinder in der KjG, Spiritualität vorurteilsfrei als Teil ihres Lebens und Gott als jemanden, der für sie da ist.

Die KjG biete Freizeitangebote neben dem Schulalltag, bei denen Kinder Spaß haben können, fernab von Leistungsdruck. Die Kinder knüpfen Freundschaften in der KjG. Diese Freundschaften sind von gegenseitigem Vertrauen und Wertschätzung geprägt, damit sie eine Gemeinschaft, in der sie Halt haben, erfahren können. Sie dürfen miteinander Spaß haben und sich austoben, damit sie sich mit Mut und Freude in der Gruppe beteiligen und ihre Interessen vertreten. Für das Miteinander, entwickeln sie gemeinsame Strukturen, damit sich jede*r einbringen kann.

In der KjG bieten wir Räume an, in denen sich Kinder ausprobieren und weiterentwickeln können. Mithilfe des christlichen Wertebildes sollen die Kinder zu mündigen, verantwortungsbewussten und selbstbewussten Persönlichkeiten werden. Sie sollen ihre eigenen Stärken und Schwächen (aner-)kennen und wertschätzen. Die Erfahrungen innerhalb der KjG sind geprägt von einem wertschätzenden Miteinander, in dem jede*r seinen Platz haben darf. Kinder können sich innerhalb der Gruppenstunde in verschiedenen Rollen ausprobieren und lernen unterschiedliche Perspektiven kennen.

In der Gruppe erweitern sie ihren Horizont und setzen sich mit ihrer und der Lebenswirklichkeit anderer auseinander. In der Begegnung mit Kindern anderer Länder und Kulturen lernen sie die kulturelle und religiöse Vielfalt ihrer Gesellschaft kennen und erfahren diese als Bereicherung. Kinder übernehmen so Verantwortung für die nachhaltige Gestaltung ihrer Zukunft. Kinder in der KjG lernen ihre Welt aktiv mitzugestalten!

Diese Ziele setzt sich die KjG um Kindern Raum und Unterstützung für ihre Entwicklung zu bieten.

Mitglied in der KjG

Mitglied in der KjG kann jede*r werden, die*der die Grundlagen und Ziele der KjG bejaht. Die KjG erhebt einen Mitgliedsbeitrag, der von Bundes- und Diözesanebene festgelegt wird. 

Die KjG bietet sehr viel, was auf den ersten Blick nicht vermutet oder gesehen wird und wie in jedem Verein/Verband braucht es Geld, um all dies zu leisten. 
Durch die Struktur als Verband sind die Mitglieder die Stützkraft. Ein Teil der Beiträge, je nach Anzahl der Mitglieder, kommt der direkten KjG-Arbeit in der Gemeinde zu gute z.B. für Materialien für die Gruppenstunde oder für Wochenenden/Freizeiten. Hauptsächlich wird die Arbeit in der KjG von Ehrenamtlichen geleistet. Ihnen werden die anfallenden Kosten für Konferenzen, Arbeitskreisen und anderen Veranstaltungen erstattet.Die Beiträge fließen zu Teilen an die Diözese, die wiederum weitere Teile an den Bund abgibt.
Die Bundesebene organisierte für die kirchliche und politische Vertretung der Kinder- und Jugendinteressen Kampagnen und Werbematerialien. Darüberhinaus sind alle Mitglieder durch die KjG bei Veranstaltungen versichert. 
Letztendlich spielt auch der Solidaritätsgedanke in der KjG eine wichtige Rolle. Durch den Zusammenschluss in der KjG profitieren auch kleinere Gemeinden und Diözesen durch die Unterstützung von motivierten KjGler*innen und erstellten Materialien.

Die KjG-Fördermitgliedschaft

Die KjG-Fördermitgliedschaft ermöglicht es dir, deine KjG-Gemeinde oder dein KjG-Dekanat zu unterstützen. Um den Verwaltungsaufwand für deine KjG-Pfarr- und Dekanatsleitung gering zu halten, wird deine KjG-Fördermitgliedschaft von der KjG-Diözesanstelle verwaltet.

 

Dein Fördermitgliedschaftsbeitrag von mindestens 40 € pro Jahr wird wie folgt verwendet:

  • 30 € für deine KjG-Gemeinde oder dein KjG-Dekanat
  • 5 € für die Verwaltung und Mitgliedermaterial bei der KjGDiözesanstelle
  • 5 € als Solidaritätsbeitrag an den Thomas Morus e.V., der diözesane Förderverein der KjG Rottenburg-Stuttgart. Dieser unterstützt damit KjG-Gemeinden in der ganzen Diözese.
  • Der von dir gewählte Mehrbetrag geht an deine Gemeinde oder dein Dekanat.

Damit bleibst du deiner KjG als passives Mitglied erhalten und kannst sie über deine Jugendarbeitszeit hinaus unterstützen. Zum Jahresende erhältst du den DRACHE, das KjG-Mitgliedermagazin, per Post.

Wir würden uns freuen, dich als Fördermitglied in der KjG zu gewinnen!